Statement zur Schließung der Bereitschaftsdienstpraxis in Einbeck
Der SPD-Landtagsabgeordnete René Kopka kritisiert die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), die ärztliche Bereitschaftsdienstpraxis in Einbeck mit Ablauf des Monats zu schließen. Diese Entscheidung hatte sich den letzten Monaten schon angedeutet. Der Abgeordnete hatte diesbezüglich auch den Kontakt mit der KVN gesucht und für die Beibehaltung geworben. Die nun vorangestellte geringe Auslastung der Praxis, die am Einbecker Bürgerspital (EBS) angesiedelt ist, ist sicherlich auch auf die schon in der Vergangenheit heruntergefahrenen Öffnungszeiten zurückzuführen. Für Patienten aus dem Einzugsbereich Einbeck ist zukünftig die Bereitschaftsdienstpraxis in Northeim zuständig, die am dortigen Krankenhaus ansässig ist. Das bedeutet für die Einwohnerinnen und Einwohner des Altkreises Einbeck unverhältnismäßig lange Anfahrtswege an Wochenenden und Feiertagen im Falle einer medizinisch erforderlichen Versorgung. Und insbesondere bei den Witterungsverhältnissen, die wir Anfang Januar hier erleben mussten, wird der Weg zur Bereitschaftsdienstpraxis oft unmöglich und damit die Gesundheit der betroffenen Menschen unnötig gefährdet.
„Ich bedauere diese Entscheidung ausdrücklich. Eine wohnortnahe Versorgung auch im Bereitschaftsdienst ist unabdingbar. Auch wenn die KVN die Schließung mit niedrigen Patientenzahlen begründet, stellt die jetzige Entscheidung nun einen Einschnitt in die ärztliche Versorgung dar. Eventuell hätte eine bessere Bewerbung des Angebotes und eine Ausweitung der Öffnungszeiten zu einem höheren Zuspruch geführt. Leider war die KVN nicht bereit dazu“, so René Kopka.
Grundsätzlich sei bei Behandlungsfällen, die keine Notfälle sind, über die 116 117 der ärztliche Bereitschaftsdienst zu kontaktieren, um die notwendigen nächsten Schritte einzuleiten. Auch für mobilitätseingeschränkte Personen können hier Lösungen gefunden werden.
„Mit der jetzt getroffenen Entscheidung ist zu befürchten, dass die Notaufnahme des EBS und die Rettungsdienste nun zusätzlich mit Bagatellfällen belastet werden, die eigentlich nicht in eine Notaufnahme gehören. Dies kann nicht Sinn der Sache und die nun vorangetriebene Zentralisierung nicht die Lösung für alles sein. Das EBS hatte Alternativen aufgezeigt, um den Bereitschaftsdienst vor Ort zu halten. Den Verantwortlichen möchte ich dafür ausdrücklich danken. Ich erwarte von der KVN, dass sie die zukünftige Entwicklung im Blick behält und bei Bedarf nachsteuert. Dafür werde ich mich mit Nachdruck einsetzen. Die zu geringe Auslastung und keine bekannten Beschwerden bei der zentralen Stelle in Göttingen als Argument für die jetzige Verlagerung heranzuziehen, ist aus meiner Sicht nicht haltbar. Der gesetzliche Sicherstellungsauftrag liegt bei der KVN, aber gesellschaftliche Entwicklungen müssen dringend bei den Entscheidungen eine stärkere Gewichtung bekommen, als es jetzt der Fall ist. Die jetzt getroffene Entscheidung ist eine Schwächung der Versorgung im ländlichen Raum. Die nun entstandene Situation werde ich nun erneut zum Anlass nehmen, um das Thema mit Sozialminister Dr. Andreas Philippi zu erörtern und Möglichkeiten zu prüfen“, betont René Kopka.
Völlig abzulehnen ist die Vorgehensweise der KVN, die ausschließlich anhand von statistischem Zahlenmaterial Entscheidungen trifft. Das, so René Kopka, geht völlig an der Lebenswelt der Menschen vorbei und schwächt die Strukturen im ländlichen Raum erheblich. Viele Beteiligte sind bemüht, die Region attraktiv und lebenswert zu erhalten und weiter auszubauen. Derartige kurzsichtige Maßnahmen konterkarieren diese Bemühungen, so der Einbecker Landtagsabgeordnete abschließend.